BeJuga -Tandem III – Läuft seit Juli 2022 in Sigmaringen


 

BeJuga -Tandem III – Läuft seit Juli 2022 in Sigmaringen

 

Im Herbst 2023 bekamen wir die erfreuliche Zusage vom Ministerium, dass das Projekt „BeJuga – Tandem III“ bis Ende 2025 weiter finanziert werden wird.

Durch die Zusage zur Projektverlängerung um zwei Jahre besteht der große Vorteil des Projekts darin, dass die aufgenommenen Familien über einen langen Zeitraum begleitet werden können.

Im Jahr 2023 wurden insgesamt 22 Bedarfsgemeinschaften (BG) von uns betreut. Es wurden 12 BGs neu aufgenommen. 9 davon durch das Jobcenter vermittelt.  Eine alleinerziehende Mutter hat sich selbst zur Projektteilnahme gemeldet. 2 Familien kamen über das Jugendamt zum Projekt. Insgesamt 8 Familien sind aus dem Projekt wieder ausgeschieden, aufgrund von Umzug, Arbeitsaufnahme, Teilnahme an einer Maßnahme etc.

Beispiele unserer Arbeitsschwerpunkte im Jahr 2023

  • Begleitung frisch gebackener Eltern was die Registrierung der Neugeborenen sowie Vaterschaftsanerkennungen und das Beantragen von Kinder- und Elterngeld betrifft.
  • Hilfe bei der Finanzierung und Organisation von Deutschnachhilfeunterricht für Schüler.
  • Drei Familien konnten über unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin regelmäßigen Deutschunterricht erhalten.
  • Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen aller Art, v. a. Weiterbewilligungsanträge des Bürgergeldes, Anträge auf einmalige Beihilfen oder Anträge zum Unterhaltsvorschussgesetz.
  • Unterstützung bei der Wohnungssuche.
  • Vermittlung in Arbeit oder Maßnahmen des Jobcenters bzw. der Agentur für Arbeit.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, da zu sein, zuzuhören und als psychologische Stütze zu fungieren. Im Gespräch mit uns kann man seinen Sorgen Ausdruck geben und gemeinsame Lösungen finden.

Familienväter aus Flüchtlingsfamilien, die aufgrund des fehlenden Integrationsdeutschkurs noch keine Arbeit aufnehmen können, neigen sehr schnell dazu, sich unnütz und überflüssig zu fühlen. Das monatelange Warten darauf, etwas tun zu können, ist für die Familienväter psychisch sehr belastend, macht die Männer mürbe und frustriert. In der Familie herrscht dann ein großes Spannungspotenzial. Hier muss immer wieder interveniert werden um die Männer so stark wie möglich in das Geschehen einzubinden und ihnen das Gefühl zu geben, wichtig für die Familie zu sein, auch wenn sie diese noch nicht finanziell unterstützen können.  Frauen, die sich in einer Trennungssituation befinden, finden immer ein offenes Ohr und Unterstützung bei unserer Mitarbeiterin. Wichtig ist auch die Vernetzung und enge Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und dem Jugendamt sowie anderen unterstützenden Einrichtungen wie bspw. zu Mitarbeitenden der Caritas oder den „Frühen Hilfen“ des Landkreises Sigmaringen. Die Bürgerstiftung Sigmaringen unterstützt tatkräftig nach Bedarf die Sigmaringer Projektteilnehmenden. Unsere Kontakte zu Netzwerkpartnern konnten sich intensivieren und erweitern.

Der akute Ärztemangel belastet die von uns betreuten Haushalte sehr. Die Familien müssen oft sehr weit fahren, um sich ärztlich betreuen zu lassen. Für Bedarfsgemeinschaften, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, bedeutet das lange Fahrtzeiten.

Schwierig ist es für die Bedarfsgemeinschaften, wenn sie finanziell in Vorleistung gehen müssen (wie bspw. Umzugskosten, Kautionen oder hohe Nebenkostennachzahlungen). Aufgrund des Bürgergeldbezugs haben sie i. d. R. keinerlei finanzielles Polster, um größere Beträge auszulegen.

Für die Familienväter in den BGs der Geflüchteten ist es oft schwer auszuhalten, dass sie aufgrund der Sprachprobleme und der sehr langen Wartezeiten auf Integrationsdeutschkurse zeitnah keine Arbeit finden können.

Aufgrund mangelnder Kinderbetreuungsplätze und langer Wartezeiten, bis ein Kind in eine Krippe oder in einen Kindergarten aufgenommen werden kann, besteht v. a. Frauen die Gefahr, die Motivation eine Arbeit aufzunehmen zu verlieren.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Netzwerkpartnern für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung.